Alle suchen nach dir …

Es war Erntezeit. Alles begann mit der Schwiegermutter. Petrus hatte Jesus auf ihr Leiden hingewiesen, und wie selbstverständlich hatte er sie geheilt, so dass sie Ihnen dienen konnte.

Es sprach sich herum wie ein Lauffeuer. So ist das mit den wunderbaren Geschichten. Daran wollen wir Anteil haben. Am frühen Abend kamen alle, die krank waren. Wenn Jesus ihr geholfen hat, dann doch auch mir. So geschah es. Erntezeit. Wunderbar.

Bis in die Nacht hinein half Jesus den kranken Menschen. Menschen mit inneren Verletzungen, ja sogar Menschen, die von fremden Mächten beherrscht wurden, erlebten Freiheit. Erntezeit. Wunderbar.

So soll es weitergehen. Erweckung bricht aus.

Markus erzählt im 1. Kapitel aber dann eine wesentliche Eigenart Jesu. Er entzieht sich der Erweckung, damit er selbst wach bleibt. Er sucht nach kurzem Schlaf die Einsamkeit und Stille, um seinem Vater im Gebet zu begegnen.

Die Jünger konnten ihn nicht finden. Jagten ihm nach. Der Erfolg musste weitergeschrieben werden. Nur nicht nachlassen. Aber Jesus sucht den Ort auf, der für all das, was geschehen war, der Grund war: der Ort der Gemeinschaft mit Gott. Dieser Ort ist ein einsamer Ort.

Jesus behält die Konzentration. Er lässt sich nicht ablenken. Wie sehr sehnen wir uns danach, diesen Ruf zu hören: „Alle Menschen suchen nach dir …“ Dafür geben wir alles. Unsere Kraft, unsere Zeit, unser Herz. Eine volle Gemeinde, Erweckung, Erntezeit – viele Wunder – dafür lohnt doch alles! Oder etwa nicht?

Wir verlieren leicht die Konzentration, weil wir uns vom Wesentlichen ablenken lassen. Alles hat seine Zeit. Aber ohne den Vater hat alles keinen Sinn. Das Gute vom Besten trennen lernen.

„Das Liebäugeln mit Projekten und Ideen, anregenden Initiativen. Wir lesen, wie andere neue Gebiete erobern, von wachsenden Gemeinden, neuen starken Leitern. Und schon hängen wir an dem, was Eugene Peterson „kirchliche Pornographie“ nennt. Wir werden abgelenkt von unserer Kernpriorität, unserer Berufung!“ (Aufatmen 3/16)

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